Rikscha-Ausfahrten, das neue Residio-Angebot für die Bewohnenden

Das vielseitige Angebot der Alltagsgestaltung der Residio AG wird mit Rikscha-Fahrten um eine weitere Attraktion erweitert. Interessierte Bewohnende vom Haus Rosenhügel können damit Ausfahrten in der Umgebung geniessen und so aus ihrem gewohnten Alltag ausbrechen.

Im Rahmen des «Sozialeinsatzes Seitenwechsel» der CSS hatte Tamás Günther von Hochdorf die Idee, den Bewohnenden der Residio Ausfahrten mit einer Elektro-Rikscha zu ermöglichen. Mit diesem Gedanken beschäftigte er sich aufgrund einer Inspiration aus Dänemark seit 2019. Leider spielte ihm dann 2020 Corona einen Streich und das Projekt wurde «aufs Eis» gelegt. Als er dann die Firma fand, die Rikschas verkauft, war der Zeitpunkt da, um mit der Residio in Kontakt zu treten mit der Hoffnung, dass diese seine Idee interessant fanden. Und siehe da: Eine ähnliche Idee war bei der Residio bereits im Gange – es fehlte «nur» ein geeignetes Fahrzeug. Für freiwillige Fahrerinnen und Fahrer war die Residio bereits mit Fritz Schuster vom Seniorentreff Hochdorf in Kontakt. Aber auch Bekannte von Tamás Günther haben nicht gezögert und begeistert zugesagt. So konnten die «Fäden» zusammengespannt werden. Nach einer kurzen Prüfung einer im Einsatz stehenden Rikscha im Entlebuch, hat sich die Residio AG entschieden, eine solches Fahrzeug zu beschaffen. Die Finanzierung als auch die künftigen Unterhaltskosten darf die Residio AG über ein Legat abwickeln. 

Geschichte der gekauften Rikscha
Ein Däne hatte die Schnapsidee, zuerst in seiner Heimat eine Rikscha zu bauen. Eine dänische Firma (christianiabikes.com) hat dann die erste Version einer solchen Rikscha vor über 10 Jahren entwickelt. Aufgrund dieser Pläne werden nun die Elektro-Rikschas in Kriens bei der Firma Velociped zusammengebaut. 

Eine Rikscha gilt als Fahrrad
Die Rikscha hat eine elektrische Unterstützung, so lässt sie sich trotz des Gewichtes beinahe wie ein gewöhnliches E-Bike fahren. An einem Nachmittag wurden Probefahrten durchgeführt, wobei die freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer auch mal vorne Platz genommen haben. So konnten sie sich besser in die Mitfahrenden einfühlen und ihnen wurde bewusst, auf was sie besonders achten müssen. Auch ist die Tourenwahl ein wichtiges Thema. Eigentlich gelten für die Rikscha die gleichen Verkehrsregeln wie bei einem Fahrrad. Bei Kiesbelag wird es aber schnell unkomfortabel. Somit werden für die Ausfahrten eher nicht stark frequentierte Asphalt- oder Betonwege mit geringem Gefälle gewählt. Das kommt den freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer entgegen, da sie sich in der Gegend bestens auskennen. Nach Möglichkeit wird selbstverständlich auch auf die Wünsche der Mitfahrenden eingegangen. «Es ist natürlich eine Verantwortung gegenüber dem Mitfahrenden. Wer vorne drauf sitzt, muss einem einfach vertrauen. Ich kann schon verstehen, dass das nicht jedermanns Sache ist. Wenn der Dreh jedoch mal raus ist, ist das Fahren mit der Rikscha nicht mehr schwierig,» meint Tamás Günther.

Die gewohnte Umgebung einen Moment verlassen
An einem Nachmittag im Juni ist es dann soweit. Die Bewohnerin, Rosmarie Spiess, darf auf ihre erste Tour. Nachdem sie mit Gurt gesichert und den Fahrradhelm aufgesetzt hat, kann es auch schon losgehen. Begeistert ist Rosmarie Spiess mitgefahren. «Angst hatte ich nicht. Der Lenker ist sehr anständig gefahren. Es hat richtig Spass gemacht. Bestimmt werde ich wieder an Ausfahrten teilnehmen», erzählt Rosmarie Spiess ganz begeistert. Eine Bewohnerin stieg etwas zögerlich in die Rikscha. Doch als sie mit einem glücklichen Strahlen zurückkehrte, wussten alle - die Ausfahrt war für sie ein grosses Erlebnis, das sich definitiv gelohnt hat. Die Leute, deren Weg gekreuzt wird, staunen jeweils nicht schlecht. Gegenseitig wird zugewinkt. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein solches Gefährt unterwegs ist. 

Patrick Freudiger, Aktivierungsfachmann HF, der Residio, ist stolz, dass die Alltagsgestaltung mit diesem Angebot um eine Attraktion reicher geworden ist. Bewohnende, die an den Ausfahrten teilnehmen, geniessen es sehr, ab und zu aus der gewohnten Umgebung ausbrechen zu können und etwas Interessantes zu erleben. Das macht ihren Alltag abwechslungsreicher und spannender. 

Dankeschön an die freiwilligen Fahrer
«Ohne die freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer würde das Ganze nicht funktionieren», erwähnt Franziska Werder, Leiterin Betreuung und Pflege der Residio AG, «Ihnen, insbesondere aber auch Tamás Günther, gilt ein herzliches Dankeschön». Weitere interessierte Freiwillige können sich gerne bei der Residio melden.

Auf dem Bild:
Rosmarie Spiess, Bewohnerin Rosenhügel
Tamás Günther, Initiator und Projektleiter Rikscha